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VON
TANJA BUNTROCK
Kleinmachnow.
Ein eigenes, schnuckeliges Puppenhaus, davon hat Ulla Klingbeil als
kleines Mädchen geträumt. Aufgewachsen in Berlin-Kreuzberg mit sechs Geschwistern,
hatte sie als Kind nicht viel zum Spielen. Nur eine Puppe, und die hat
ihr Bruder auch noch kaputtgetreten.
Mittlerweile ist sie 56 Jahre und hat sich ihren Kindheitswunsch erfüllt,
denn sie besitzt ein eigenes Miniaturmuseum am ehemaligen Kontrollpunkt
Dreilinden: „Arikalex" - benannt nach den Vornamen ihrer Kinder Ariadne,
Karsten und Alexandra. Dort präsentiert sie 16 Miniaturhäuser im Maßstab
1:12. Die verschiedenen Baustile vom Mittelalter bis zur Gegenwart sind
dort originalgetreu nachgebaut. „Vor allem für Schulklassen ist das interessant,
denn hier ist hautnah zu sehen, wie ein gotisches Haus gebaut ist", erklärt
Ulla Klingbeil. Um diesen „Lerneffekt" auch in der Bildungspolitik publik
zu machen, lud sie am Mittwoch Brandenburgs Bildungsminister Steffen Reiche
ein. Weil der Politiker aber verhindert war, kam Detlef David vom pädagogischen
Lehrinstitut Brandenburg.
Umgeben von sanften Harfenklängen wandelte David durch den dunklen Raum
und ließ sich vom Anblick des Schlosses Sanssouci mitsamt dem Schreibtisch
von Friedrich dem Großen und der filigranen Deckenbeleuchtung verzaubern.
Auch der „Palazzo Vendramin Calegi" aus der Renaissance-Zeit begeistert
ihn. Die opulent gedeckte Speisetafel mit den güldenen Weinkelchen und
Tellern sowie das prall gefüllte Obstschälchen zeigen mehr als bunte Bildbände:
Geschichte zum Anfassen, im übertragenen Sinne, denn natürlich darf hier
nichts berührt werden. „Die Dinge hier sind sehr teuer", betont Ulla Klingbeil.
Deswegen mag sie das Wort „Puppenstube" in diesem Zusammenhang nicht hören.
„Das sind alles Kunstwerke". Durch aller Herren Länder ist die Frau mit
der Vorliebe für modische Hüte gereist, um die Möbel für die Miniaturhäuser
zusammenzutragen.
Mit dem Eintrittsgeld unterstützt Ulla Klingbeil misshandelte Jugendliche.
„Ich finanziere die Miniaturen aus eigener Tasche, die Spenden fließen
aber ausnahmslos in die Jugendprojekte." Das Museum kann auch für Diners
gemietet werden. Die Gäste speisen dann genüsslich an der langen, mit
rotem Samt bedeckten Tafel. Als kürzlich der ägyptische und der amerikanische
Botschafter dort schmausten „war es so harmonisch, dass man meinen könnte,
Israelis und Palästinenser würden sofort Frieden schließen, wenn sie hier
säßen", sagt Ulla Klingbeil.
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| Das Miniaturmuseurn „Arikalex"
befindet sich am ehemaligen Kontrollpunkt Dreilinden und ist offiziell montags
von 12 bis 16 Uhr |
Weitere
Informationen:
EUROPARC Dreilinden GmbH,
Rüdiger Totzek, Geschäftsführer
Petra Kautz, Vermietung
Albert-Einstein-Ring 1,
14532 Kleinmachnow
Tel: 030 - 217 33 100,
Fax: 030 - 217 33 106
www.europarc.de |